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Ladeklappe

Hat jeder schoneinmal gesehen, die Ladeklappe hinten an manchen LKW´s, die man hydraulisch öffnen und schließen kann. Einer unserer Kunden möchte das nicht mehr - weil zu teuer. Es soll eine rein mechanische Lösung sein. Erste Versuche wurden dann mit einem Flaschenzug gemacht. Allerdings braucht man extrem viele Umlenkungen, damit man die Klappe kontrolliert ablassen und wieder schließen kann. Bei geschlossener Klappe wollen 20 Meter Seil irgendwo verstaut werden. Als nächstes wurden Versuche mit Druckfedern gemacht. Die Klappe wird mit der Hand aufgestoßen und senkt sich durch ihr Eigengewicht. Zieht man dann an einem Seil, schließt sich die Klappe mittels der Zugfeder. Problem hier: Es knallt, da die Klappe ungebremst zuklappt, sobald man den toten Punkt überwunden hat. Der nächste Denkansatz war, eine Seilwinde, mit der man die Klappe kontrolliert ablassen und wieder schließen kann. Zum ersten Mal seit Wochen gab es einen Erfolg, die Klappe fuhr kontrolliert auf und zu. Nachteil: Beim Öffnen muß man die Klappe mit der Hand anstoßen, um den toten Punmkt zu überwinden. Der nächste Schritt war also ein Scharnier zu entwickeln, in dem ein kleiner Dämpfer gerade genug Kraft hat die Klappe so weit aufzustoßen, bis sie von selbst fällt und mit der Seilwinde kontrolliert abgelassen werden kann. Jetzt wo alles funktioniert, rüttelt man an der Art der Seilwinde. Die erste, die man gekauft hatte, kostet nämlich immer noch zu viel, und der Markt bietet eine Fülle an Billig-Seilwinden. Bei der zweiten gekauften war sehr schnell klar, das Stahlseil auf der Trommel funktioniert nicht. Es müßte durch ein Nylonseil ersetzt werden, wo wie es auf der Trommel der teureren zu finden ist. Auch sieht die Kabelfernbedienung nicht wirklich gut aus, sehr klobig. Hier müßte man mit dem Hersteller reden, ob man eine seiner Billig-Seilwinden mit den Features der teuren Seilwinde haben könnte.... Die nächste sehr günstige Seilwinde kam diese Woche an. Ok, mal sehen, auspacken.... hat einen Handgriff zum ausklappen und eine Handkurbel ist auch beigepackt. Ein Kabel kann man auch anschließen, aber wieso läßt die Schalterposition nur eine Stellung zu? Ok, schaun wir mal in die Bedienungsanleitung wie das Teil zu befestigen ist, denn es gibt nicht wirklich Löcher zum Festschrauben. "Seilewinde kann kurzfristig an der Anhängerkupplung eingehakt werden" - Aaahh, soooo. Also, den Konstrukteur angerufen der die Seilwinde bestellt hat. "Kannst du mir bitte eine Anhängerkuplung bringen/bestellen?" "Wieso?" "Das steht in der Gebrauchsanweisung, man braucht eine Anhängerkupplung." "Hm, ach so. Wie sieht das mit der Funktionsweise aus, ist die gegeben?" "Fast, man kann ein Handrad lösen, und das Seil abspulen. Dann muß man das Handrad festziehen und kann das Seil mit der Kabelfernbedienung oder der Handkurbel wieder einziehen. Ist halt so eine Seilwinde fürs Auto, damit du dich aus dem Schlamm ziehen kannst." "Pack sie ein, wir schicken sie zurück." Mal sehen welche Seilwinde als nächstes bei uns ankommt...

11.10.13 19:39, kommentieren

Materialwirtschaft 03

Bei Justa Company werden viele Teile von Zulieferern eingekauft. Man entwickelt etwas, gibt das Modell dann zum Zulieferer, der baut die Teile und liefert sie wieder an Justa Company. Das Praktische bei dieser Vorgehensweise - schickt man mehrere Zulieferer ins Rennen, kann man sie gegeneinander ausspielen und es wird immer einen geben der günstiger ist als der andere. Sucht der Einkauf den günstigsten und gibt ihm das Modell, dann ist das kein großes Problem. Ist einem dieses "Spiel" zu einfach, steigt man auf das nächste Level auf. Man sucht bei laufender Produktion den günstigsten Zulieferer, läßt dann bei dem, der gerade teurer ist, die Modelle abholen und schickt sie dem, der das günstigere Angebot abgegeben hat. Da man verschiedene Modelle hat, die verschiedenen Arbeitsaufwand verlangen, kann das dann so aussehen: Ausgangszustand: Zulieferer A produziert Teil A, Zulieferer B Teil B und Zulieferer C Teil C. Jetzt gibt Zulieferer A für Teil C ein günstigeres Angebot ab. Man läßt also Teil C von ZC zu ZA fahren. Gleichzeitig hat ZC ein günstigeres Angebot für Teil B abgegeben, also fährt Teil B von ZB nach ZC. Sollte ZB dann noch das Teil von ZA günstiger herstellen können, läßt man Teil A noch von ZA zu ZB fahren. Ist das nicht der Fall, dann steht ein Zulieferer vorübergehend still. Das alles, wohlgemerkt bei laufender Produktion von Justa Company. Wenn man da nicht mitschreibt, wer was wo gerade baut, kann es in der Produktion plötzlich zu Fehlteilen kommen, oder zu extremen Reklamationen. Zusätzlich zu den Teilen müßten nämlich die Bauanleitungen mit rotieren, nur bleibt das oftmals auf der Strecke. Dann weiß ZA zum Beispiel gar nicht wie man das Teil C fertigt. Oder die Produktion braucht dringend Teil B, das kam früher immer pünktlich jeden Montag, jetzt kommt nichts mehr an und das Regal bleibt leer. Ein Anruf bei ZB ergibt das die das Teil gar nicht mehr bauen, weil der Einkauf das Modell hat abholen lassen. Ein Anruf bei ZC ergibt, daß das Modell bei ZC aber nie angekommen ist. Also wo ist es geblieben? Jetzt kommt der peinliche Teil der Geschichte: Irgend ein armer Tropf hat jetzt die Aufgabe nacheinander bei allen Zulieferern anzurufen und zu fragen, ob sich das Modell für Teil B irgendwo befindet.

31.10.13 19:54, kommentieren