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Planung 04

Habt ihr schonmal ein Auto neu gekauft? Also nach eigenen Wünschen zusammengestellt, bestellt und dann... - sagt der Händler das es acht Wochen dauert bis die Traumkarosse fertig ist. Ok, was sind schon acht Wochen? Warum so lange? Das liegt an Lieferschwierigkeiten der Zulieferer - warum mußtest du auch diese Klimatronic bestellen? Die ist nicht da, und daher dauert das acht Wochen, ohne Klimadingens hättest du das Auto schon nach sechs Wochen. Was würdet ihr jetzt aber sagen wenn es nach acht Wochen heißt - ups, es können doch zehn Wochen werden..... Fragen wir mal andersherum - woher kommen diese Verzögerungen. Das ist ja jetzt nicht das erste Auto das diese Firma baut. Und es ist doch eine Serienfertigung, also müßten die ja wissen wie das geht. Wir schauen hinter die Kulissen: Normalerweise ist es ganz einfach ein Auto in sechs Wochen zu bauen. Eigentlich würde es auch in fünf Wochen gehen, aber man hat Krankheitsfälle und ungeplante Ereignisse. Doch dann kommt da ein Kunde der wiklich die Klimatronic haben möchte, die der Vertrieb anbietet, die aber eigentlich gar nicht zu haben ist. Jetzt beginnt die helle Aufregung. Der Einkauf muß dieses Teil wirklich real besorgen. Die Entwicklung muß herausfinden wo das Teil eigentlich rein paßt und der Elektriker muß noch ein paar mehr Kabel legen. Also kein Problem, den Kunden um zwei Wochen vertrösten, und schon klappt alles... oder auch nicht. Denn über die ganze Aufregung mit dieser Klimaanlage wurde vergessen, daß bei den Fensterhebern der Zulieferer gewechselt werden sollte. Man hat also die alten noch verbraten, aber irgendeiner hat vergessen beim neuen Lieferanten zu bestellen. Oder lag es daran daß das System noch einen Überbestand bei den alten meldet? Naja, ist ja auch egal. Kann man dem Kunden jetzt nochmal eine Verzögerung von zwei Wochen aufbrummen oder ist das dann schon peinlich?

17.4.13 18:21, kommentieren

Materialwirtschaft

Stellen wir uns vor wir wären in einer Firma die Autos baut. Letztes Jahr hatten wir den Auftrag ein Auto, das bisher in einer anderen Firma gebaut wurde, zu übernehmen und nun bei uns zu bauen. Hierfür bekommen wir von der Zuliefererfirma, die auch die andere Firma beliefert hatte, die Teile. Der Zulieferer hat die Teile dieses Autos in Sets aufgeteilt, und kann nach einem logischen System, nämlich der Reihenfolge in der das Auto gebaut wird, die Sets liefern. Z.B. packt er den Motor und das Getriebe zusammen in eine Kiste, da beides zusammen verbaut wird, und jedes Auto auch einen Motor und ein Getriebe braucht. Nun gibt es dieses Jahr einen Folgeauftrag. Inzwischen hat der Einkauf unserer Firma sich die Stücklisten vorgenommen. Dieses System mit den Sets ist nämlich absolut unbrauchbar für unseren Einkauf. Genauso dämlich ist auch die verpackte Reihenfolge nach dem zeitlichen Ablauf in dem das Auto gebaut wird. Man hat deshalb die Sets zerpflückt und in die Einzelteile aufgeteilt. Dann bekommt jedes Einzelteil die PRE-Nummer des Warenwirtschaftsystems, und dann werden neue Stücklisten geschrieben, die sich nicht mehr nach der logischen zeitlichen Reihenfolge das Autobaus richtet, sondern nach den Verbauorten in der Firma. Neues System, logisch aufgebaut, funktioniert mit jedem Einkäufer, hat keinerlei Fehler und Fehlteile gehören der Vergangenheit an..... Wieso kommt dann einer der Arbeiter zu mir und bittet mich darum, mal beim Zulieferer anzufragen wo das eine Getriebe bleibt, es fehlt in der Kiste mit dem Motor. Bei näherem Nachfragen kommt heraus das 5 Kisten mit 5 Motoren geliefert wurden, allerdings waren nur in 4 Kisten Getriebe mit dazugepackt, eins fehlt. Was für ein Glück das gerade jemand vom Zulieferer im Haus ist, da kann man gleich mal nachfragen. Die Antwort ist so gut, das jeder, der sie hört, seine flache Hand vor die Stirn schlägt: Der Einkauf unserer Firma hat 5 Motoren und 4 Getriebe bestellt. Dem Zulieferer, der immer nur gleich viele Motoren wie Getriebe geliefert hat, fällt das auf und fragt nach. Rückruf beim Einkauf unserer Firma. Wir haben gemerkt das sie 5 Motoren, aber nur 4 Getriebe bestellt haben. Sie brauchen für jeden Motor ein Getriebe. Antwort vom Einkauf: Wir wissen was wir bestellen. Wir bestellen streng nach PRE-Nummern, und sie liefern nur, was wir bestellen. Dieses altmodische Set-System wurde abgeschafft. Der Zulieferer gibt nicht auf, daher nochmal die Frage: sie haben 5 Motoren, aber nur 4 Getriebe bestellt. Man braucht aber für jeden Motor ein Getriebe. Sollen wir nicht sicherheitshalber 5 Getriebe liefern? Antwort vom Einkauf: Nein, sie liefern nur das was wir bestellen. Wir arbeiten hier streng nach Stückliste und wissen genau, was wir bestellen. Sie müssen sich daran halten und nur das liefern, was wir bestellen. Der Zulieferer akzeptiert diese klare Ansage und hält sich daran. Er liefert 5 Motoren und 4 Getriebe. Ich bin dankbar für diese ausführliche Antwort vom Zulieferer. Ich kann jetzt dem Arbeiter sagen das er nicht weiter nach dem Getriebe suchen muß, da es nicht bestellt wurde. Leider bleibt es jetzt am Vorarbeiter des Arbeiters hängen, dem Einkauf zu erklären warum es nötig ist für jeden Motor auch ein Getriebe zu haben und was passiert, wenn man bei einem Auto nur einen Motor, aber kein Getriebe einbaut. Aber das ist eine andere Geschichte...

24.4.13 18:26, kommentieren