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Richtungswechsel

Wie bei vielen anderen Firmen gibt es auch bei Justa Stress gegen Ende des Jahres. Aus ungeklärten Gründen poppt plötzlich, total ungeplant, aus heiterem Himmel sozusagen, ein Event auf, dass alle Pläne zur raschen Fertigstellung eines Projekts aus der Spur wirft - ja, richtig, es ist Weihnachten, die Feiertage und ein paar Tage später Silvester, mit dem Umstand, dass zwischendrin offiziell Betriebsruhe herrscht, also keiner da ist. Wieso verlegt man die Weihnachtsfeiertage nicht ins Sommerloch, wo die Aufträge sowieso dünner gesäht sind.

Problematisch ist es eigentlich nur deswegen, weil im Januar eine Messe stattfindet, auf der die Produkte von Justa gezeigt werden. Wie so oft ist man mit der Fertigstellung recht spät dran, dieses Jahr noch mehr, weil es noch weniger Konstruktion im Vorfeld gab. Während bei den letzten Projekten kein Teil fehlerfrei aufs andere passte, hat man dieses Mal zum Teil nicht mal den Artikel, der zu einem anderen passen sollte.

Manchmal meint man, dass man sich wenigstens auf die wichtigsten Teile konzentrieren sollte, wenn man Konstrukteur ist und ein Wohnmobil konstruiert. Wir sind inzwischen schon recht weit, so langsam fragt sich, welche Technik man nutzt, um eine Kurve zu fahren. Die Antwort findet man meistens in den Zeichnungen - allerdings existieren hier noch keine. Also das Lenkrad gibt es schon, das liegt hier. Aber die Nabe, Lenkgetriebe, Spurstangen... das fehlt alles, ist auch noch nicht konstruiert, weiß auch noch keiner, wie man das Problem lösen soll.

Macht aber nichts, auf der Messe kann man das Lenkrad auch einfach mit einer Gewindeschraube befestigen, Hauptsache man kann daran drehen. Oder man besorgt noch schnell eine Nabe, dann sieht es nicht ganz so unfertig aus.

Bis in einem Monat ist die Messe dann vorbei, bis dahin weiß dann hoffentlich die Konstruktion, wie man das Problem mit der Steueranlage löst und welche Teile man dafür einkaufen muss...

 

19.12.17 13:59, kommentieren

Der Stein der Weisen

Wisst ihr, warum es bei Justa nicht läuft? Warum wir nicht vorwärts kommen, die Projekte nicht fertig werden, die Produktion nicht richtig läuft, nicht genug Produkte verkauft werden? Nein?

Heute habe ich den Mann getroffen, der die Antwort weiß. Der Mann, der den Stein der Weisen gefunden hat. Der Mann, der die Antwort auf alles hat, auf alle Fragen und Probleme, und das Leben... - äh, nein, es ist nicht "42"

Ich versuche mal den Inhalt im O-Ton wieder zugeben, ist nicht ganz einfach, es waren recht viele Worte, für recht wenig Action: Wir haben herausgefunden, dass Justa Company grundlegend falsch organisiert ist - verglichen mit anderen Firmen. Der Prototypenbau wird bei Justa der Produktion zugeordnet, das ist falsch. Das führt unweigerlich zu Rivalitäten zwischen der Entwicklung und dem Prototypenbau. Keiner fühlt sich für Probleme verantwortlich, da die Verantwortung zwischen der Entwicklung und der Produktion hin und her geschoben wird. Daher wurde entschieden, dass es für die Firma besser ist, wenn der Prototypenbau an die Entwicklung angekoppelt wird.....

HÄ?!?!?!?!?!?!?! Denken die, dass wir blöd sind? Es ist nur knapp ein Jahr her, da saß der komplette Prototypenbau in einem Besprechungsraum, vorne stand derselbe Redner, der auch heute vor uns stand, und genau dieser Redner präsentierte damals den Stein der Weisen, die Antwort auf alles, auf alle Fragen und Probleme, und das Leben... - er sagte damals: Der Prototypenbau gehört bei Justa der Entwicklung an, das ist falsch. Das führt unweigerlich zu Rivalitäten zwischen der Produktion und dem Prototypenbau. Keiner fühlt sich für Probleme verantwortlich, da die Verantwortung zwischen der Entwicklung und der Produktion hin und her geschoben wird. Daher wurde entschieden, dass es für die Firma besser ist, wenn der Prototypenbau an die Produktion angekoppelt wird.....

Ok, koppeln wir den Zug also wieder um, so langsam könnte man meinen wir arbeiten auf einem Rangierbahnhof. Der Vorteil soll sein, dass die komplette Verantwortung für ein Projekt beim Projekt liegt (#DAS PROJEKT - der Kreis schließt sich!), also vom ersten Konzept bis zur Serienübergabe wird das Projekt in einer Hand sein, in einem Verantwortungsbereich - ganz wichtig, nicht bei dem, der jetzt gerade vorne steht. Mit dem Wechsel der Verantwortung wechselt auch der Haupt-Verantwortungsträger. Von der Maus zur Katze, vom Feuer zum Wasser. Also eigentlich egal an welchen Zug wir gerade angekoppelt sind, der Prototypenbau sitzt immer zwischen den Stühlen.

Was aber Katz und Maus oder Feuer und Wasser angeht, da bleibt es spannend was die daraus machen. Der eine, der mit seinen lustigen Rangierbahnhof-Ideen, der weiß jetzt, wie der Hase läuft und was möglich ist und was nicht. Das könnte er zu seinem Vorteil machen - es bleibt also spannend. 

2 Kommentare 26.7.17 22:00, kommentieren